
Abb.: Strukturschema zu einem bekanntem Märchen; gestaltet von Maike Mau
Visualisieren bedeutet: etwas durch ein Bild oder eine Grafik sichtbar und anschaulich machen. Dies kann in der unterrichtlichen Praxis auf vielfältige Weise geschehen. Zum einen können Lehrende im Unterricht Bilder und Grafiken einsetzen, um zu motivieren, das Denken anzuregen oder etwas zu veranschaulichen. Zum anderen können Schülerinnen und Schüler selbst Visualisierungen anfertigen, um nachhaltiger und tiefer zu lernen.
Vor allem diese Variante hat für das Lernen der Schülerinnen und Schüler die größte Bedeutung, da sie dabei mental aktiviert werden, ihre eigenen Wissensmodelle konstruieren und sich so Wissen selbstständig aneignen. Das grafische Bilden von Netzen entspricht genau dem, was beim Lernen im Gehirn passiert ...
(Ludger Brüning/Tobias Saum; Praxis Schule 5 - 10, 5/2007)
Wenn es im Unterricht eine längere Sprechphase gibt, ist eine begleitende Visualisierung meist unumgänglich. Wenn Sie zum Beispiel im Einstieg der Unterrichtsstunde einige Zeit sprechen, sollten sie zumindest Stichworte an die Tafel schreiben oder auf Anraten visualisieren. Hiermit vereinfachen sie den Schülerinnen und Schülern das Zuhören ungemein oder ermöglichen es überhaupt erst.
Inhalte werden visuell dargestellt, um sie anschaulich zu machen. Hierfür gibt es die verschiedensten Form:
Am Beispiel der sehr gelungenen Abbildungen zu den Planeten unseres Sonnensystems können verschiedene Vorteile und Nachteile der Visualisierung deutlich gemacht werden.
Die Schülerinnen und Schüler haben die Planeten selber gestaltet und sollten dadurch ein intensives Verhältnis zu dieser visuellen Darstellung gewonnen haben.
Das gesamte Thema (die Planeten unseres Sonnensystems) wird sehr übersichtlich visualisiert - so bekommen die Schüler einen Überblick.
Durch die verschiebbare Raumfähre wird zusätzlich verdeutlicht, über welchen Planeten gerade gesprochen wird.
Die Visualisierung hat aber auch ihre Grenzen: Sie suggeriert, dass die Planeten flache Scheiben sind, die wie auf einer Perlenkette angeordnet fest im Weltall verankert sind. Diesen Nachteil sollte man bei der Nutzung im Kopf haben und durch andere Darstellungsformen korrigieren (z.B. Animation oder Film, der die Bewegungen der Planeten zeigt).


Abb.: Die Planeten wurden von Ulrike Bahrdt bzw. ihren
Schülerinnen und Schülern gestaltet.
Besonders handlungsorientierter Unterricht benötigt häufig komplexe Arbeitsanweisungen. Wenn die Schüler damit überfordert sind, diese Anweisungen schriftlich zu erfassen, ist eine Visualisierung unvermeidbar. In diesem Beispiel ist dies vorbildlich durchgeführt worden.


Abb. von Heike Schlößer
Während Ihnen (hoffentlich) die Struktur ihrer Unterrichtsstunden und Unterrichtsreihen klar ist, muss diese Struktur den Schülerinnen und Schülern verdeutlicht werden. Die Visualisierung dieser Strukturen kann den Schülern sehr helfen das neue Wissen zu systematisieren und den Überblick über den Unterricht zu behalten.

Abb.: Visualisierung der Struktur einer Unterrichtsreihe
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Lernplakate gestaltenWas versteht man unter Lernplakaten/ Wandzeitungen?
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Darbietungsformen von Bildern
Bilder können in verschiedenen Darbietungsformen im Unterricht verwendet werden.
Die Funktion von Bildern im Erdkundeunterricht
Bilder können im Erdkundeunterricht verschiedene Funktionen übernehmen.
Je nach Funktion kann ein Bild an unterschiedlichen didaktischen Orten im Unterrichtsverlauf eingesetzt werden.
Bildauswahl für den Unterricht
Birkenhauer (1997) weist darauf hin, dass heutzutage durch die Überschwemmung von Bildern die Schüler diese nicht mehr als Neues wahrnehmen und eher langweilen können.
Vor dem Einsatz im Unterricht sollte daher die Brauchbarkeit der einzelnen Bilder beurteilt werden. Helfen können hier folgende Kriterien (vgl. Birkenhauer, J. 1997 und Haubrich, H. 2006)) :
Bildaussage
Bildgestaltung
Realitätsausschnitt
Unterrichtsrelevanz
Unabhängig von der Form, der Funktion und des Einsatzes des Bildes im Unterrichtsverlauf, sollte zu Beginn der Arbeit mit dem Bild immer eine sachgerechte Beschreibung/Auswertung des Bildes stehen. Nach Weidemann (1998) trägt ein Bild erst zum Wissenserwerb bei, wenn sich die Schüler aktiv mit dem Bild auseinander setzten. Die Abfolge sollte jedoch nicht als starres Schema verstanden werden. Beispielsweise kann eine Bildbetrachtung auch mit einer Hypothese, einer Deutung oder einer Bewertung beginnen.
Joanna Pausch
Das Medium Film ist vielseitig im Unterricht der Sekundarstufe I nutzbar. Man unterscheidet zwischen:
Im Bereich „Filme aktiv sehen“ wird der Film mit seinem Multi-Kanal-Charakter genutzt. In dem man in Filmsequenzen den Ton oder das Bild entfernt, kann mit verschiedenen Aufgaben die Wahrnehmungsfähigkeit, Fantasie, Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit der Schüler trainieren.
„Filme interpretieren“ besteht aus einem breiten Spektrum an Möglichkeiten. Die Schüler versetzen sich in Filmcharaktere, lösen dargestellte Konflikte in Ihrem Sinne, klären das Zusammenspiel der Filmfiguren, erarbeiten Soziogramme oder überlegen sich Vorraussetzungen für gezeigte Handlungen. Somit bietet das Medium viel Platz für Interpretationen und schult das Empathievermögen.
Durch den Bereich des „Filme werten“ trainiert man Werturteile durch Filmzitate zu untermauern. Nachdem die Schüler einen Film intensiv in der Klasse diskutiert haben, besteht die Möglichkeit, Filmsequenzen mit entsprechenden Computerprogrammen so zu verändern, dass die Schüler auf künstlerischer Ebene Kritik üben können.
Der Unterricht mit dem Medium Film ist nur in gut ausgestatteten Schulen möglich, die über moderne Computer, Abspielgeräte und entsprechenden Computerprogrammen verfügen.
Auf folgender Internetseite sind Beispiele der Filmverarbeitung im Unterricht zu finden:
Markus Schäfer

Abb. zur misslungenen Visualisierung von "Anonym".
Brüning, Ludger; Saum, Tobias (2007): Erfolgreich unterrichten durch Visualisieren. Grafisches Strukturieren mit Strategien des kooperativen Lernens.
Praxis Schule 5 - 10, 2007; Heft Nr. 5; Themenheft Visualisieren.